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Das Licht, die Musik und die Leere dazwischen.

Das Licht.
Das Licht ist die Frequenz der Liebe.
Das Unlichte erscheint farbenfroh, doch das Licht ist klar. Es deutet nichts, es bescheint alles und täuscht nicht. Der Schatten, der Bruder des Lichts, der Raum, behütet das Licht, gebiert es in dieser Welt, wie aus dem Nichts. Beide zusammen bestimmen das Leben.

Die Musik.
Die Musik ist alle Frequenz. Sie ist still. Die Musik ist jenseits von Poesie und Kunst. Wird sie nicht gehört, entstehen keinerlei Dinge. Nichts wird bewegt, somit ist die Stille der Hüter der Musik. Beide zusammen bestimmen den Weg.

Was wäre wenn Musik wie Finsternis wäre ?

Ich zitiere Zhou Dunyi ( 周敦頤 / 周敦颐, *1017; † 1073)
„… Die Wurzel der Musik liegt in der Regierung.
Ist die Regierung gut, sind die Menschen friedlich und die Herzen dieser Welt sind harmonisch.
Daher musiziert weise, um diese Harmonie der Herzen auszudrücken.
Sobald seine Musik Himmel und Erde erreicht, wird das kosmische Qi beeinflusst und es entsteht überall grosse Harmonie.
Wenn zwischen Himmel und Erde Harmonie herrscht, sind die zehntausend Dinge und Wesen in Übereinstimmung, die Geister erfreuen sich der Gaben und die Tiere werden zahm. …“

(Aus „Erläuterungen des Taji Diagramms, Das Buch der Wandlungen verstehen, Zhou Dunyi“ von Martin Bödicker.)

…..damit ist eigentlich alles gesagt.

Ich wünsche allen Menschen ein Leben in Liebe, Würde und Freiheit. Berlin, 21.12.2015.

Song Download HIER !  Video dazu HIER !

Widukind vs. Mathias Eysen. Profane Erhabenheit oder die Entfindung des Zeitgeistes.

Manchmal liegen die Erkenntnisse der Tatsachen tief im Profanen. Manchmal zeigt das Banale die Tiefgründigkeit des Geistes vortrefflicher als so manch aufgeblasener „Tand“. Manchmal ist dabei das „Normale“ so absurd, dass es einfach deklassiert wird, als unmodern oder abartig, oder es wird schlichtweg ignoriert, als eine perfekte Art der Manipulation, würde man ein solches Denken auf Politik und Propaganda übertragen. Das „Neue“ muss her. Das Frische, selbst wenn es bis zur Unkenntlichkeit stilisiert wurde. Hauptsache man beruft sich nicht auf alt hergebrachtes.

Dies ist der Versuch, dem entgegen zu wirken. Dies ist die Artikulation der Absicht, sich bewusst auf das Banale zu beschränken. Banales wie ein Waldspaziergang. Banales, wie eine Unterhaltung an einem Regentag.

Wenn banale Dinge geschehen, in Gegenwart von Menschen mit Lebenserfahrung, dann erscheinen sie einem nicht mehr so. Wenn man mit einem Menschen, wie Mathias Eysen einen Waldspaziergang macht, wirkt jeder Lichtwinkel im Geäst, wie eine Antwort auf die Zeit, die man selbst nur aus Erzählungen kennt. Eine Zeit, jenseits von Vergangenheit und Zukunft, die sich durch die Erfahrungen von Jahren, mit ihren Perspektiven in der Gegenwart sammelt und somit potentiell vorhanden ist.  Dies ist ein Zustand, den ich als wirkliche Zeit, oder „Echtzeit“ bezeichnen würde. Das Leben bleibt stehen oder erreicht Überlichtgeschwindigkeit, es macht da keinen Unterschied.

Das kulturelle Bestreben, dem modernen Leben ein Quantum an Echtzeit zu vermitteln führt zwangsläufig in eine Wiederbelebung des Profanen, des Banalen, des Alltäglichen. Das „weiter, schneller, moderner“ der temporären Causa „Zeizgeist“ hat hier keinen Platz, da es seine Berechtigung verliert, in Anbetracht der Ewigkeit der immanenten Potentialität des Geistes. Ethik und Schönheitsempfinden resultieren dabei aus dem Aussparen des Unwesentlichen, eventuell angereichert mit ein paar Farbeffekten, jedoch immer beschränkt auf sich selbst, dem Augenblick des Entstehens.

„Live und in Farbe“ sah das dann so aus, dass ich Mathias Eysen Hammer und Sichel in die Hand drückte und ihm sagte, „er solle den Bäumen im Wald mal erklären, dass die Sache mit dem Sozialismus bei den Menschen in die Hose gegangen ist.“.

(Kurze Erläuterung der Symbolik: Man hätte hier genauso ein Ährenbündel nehmen können, als „Fascia“, als Symbol des Faschismus, oder ein I-phone oder einen Dollarschein, jedoch erschien der gewählte Symbolismus geeigneter, um auch eine gewisse Intellektualität hineininterpretieren zu können, stellvertretend für das Denken an sich. Das Symbol ist eigentlich irrelevant. Es verschwindet in der Allgegenwart des Umsturzes in der Natur, welcher grossartiger ist, als jede politische Revolution je sein könnte. Der Übergang des Jahres in sein „Dämmerzustand“ Winter. Das revolutionäre Loslassen der Natur im Herbst, stellvertretend für die Allmacht des göttlichen Zustandes, welcher gnostisch zu deuten ist und aus dem Heidentum zu stammen scheint.)

Das somit schon gebürtige Auflehnen des natürlichen Wesens gegen eine artifizielle Welt kommt damit zum Ausdruck oder anders herum: „Das Scheitern der Konzepte an der Wirklichkeit.“
Dieser kulturelle Konflikt ist als das eigentliche Übel zu verstehen, als die wirkliche Krise oder ihre Bedingung. Sie ist untermauert von Glaubenssätzen und -fragen, da sie ursprünglich religiös war und somit sinnvoll, dennoch ihren Sinn durch Säkularisierung verloren hat.

Die Rückkehr zum Banalen wird dabei kulturell zur Bioüberlebensstrategie stilisiert, denn nur in Einklang mit der Natur hat der Mensch eine Chance zu überleben. Ein „back to the roots“ kann künstlerisch in einer „höher-schneller-weiter“-Welt am besten durch eine Beschränkung der Mittel zum Ausdruck gebracht werden, auf dass sich eine schöpferische Gelasseneit einstellt und die Lebenserfahrung in den Vordergrund tritt.

Manchmal liegen die Dinge so nah, dass man sie leicht übersehen könnte. Reduktion und Realismus sind natürlich keine Ursachen, sondern Symphtome, aber ihre Handhabung könnte einem dabei helfen, an Haltung zu gewinnen. Wenn das als künstlerische Botschaft zu verstehen ist, war es ein schöner Tag im Wald.

Der Song „Tanz!“ wurde erstmals 2011 veröffentlicht und zwar auf der, dem Buch beilegenden CD WIDUKIND, erschienen bei der EDITION SUBKULTUR.

Obiges Widukind Foto, welches auch im Video Verwendung findet, ist übrigens vom Benefiz for Kids Festival 2014. Die BAND Widukind ist Ausdruck einer grösseren sozialen Plastik, einem gesamtkünstlerischen Konzept, was alles HIER nachgelesen werden kann.

Der Remix RMX2015 steht HIER  zum freien Download.

Das Video ist HIER!

 

 

Nun sind „Alle da“!

Ein Stück über Flucht ist keine Flucht. Niemals wird es ihr gerecht werden. Ein Stück Theater ist kein Stück vom Leben, eher ein Stück eines Kuchens, so oder anders sagte das jedenfalls mal Alfred Hitchcock.

Wir hatten, während der Proben zu „Alle da“, Kinder aus vierten und fünften Klassen  verschiedener Berliner Schulen eingeladen. Das, was mich dabei sehr berührte war, daß es dort einen deutschen Jungen gab, der meinte, es gäbe doch gar keine Kriege mehr auf der Welt. Neben ihm saß seine Klassenkameradin, welche vier Jahre zuvor aus Syrien geflüchtet war, oder waren es drei? Das Mädchen hatte einen Tränenausbruch während des Stückes, was wiederum die Regisseurin Göksen G. so beeindruckte, daß wir danach eine lange Unterhaltung darüber hatten, wie man Themen wie Krieg und Flucht auf Kindertheaterform bringt….
Ich glaube, das benannte Beispiel spricht für sich selbst!

Natürlich ist es nötig, neue ästhetische Formen und politische Inhalte an Kinder zu transportieren. Wer ist den irgendwann mal alt? Wer geht denn ins Leben? Welche Generation hat die Chance auf, zum Beispiel Gleichstellung, Verständnis. Toleranz?!

Aufklärung ist das Zauberwort. Denn wenn jemand keine Meinung hat und deshalb der von anderen hinterher läuft, sollte man es ihm zu gestehen, sich die Zeit zu nehmen, sich eine Meinung zu BILDEN.

Niemand verlangt heutzutage noch, daß man „Herr der Situation“ ist. Es reicht, wenn man die Fähigkeit erwirbt, sich zu akklimatisieren im Sinne eines „Sozialklimas“ OHNE in Befindlichkeiten zu fallen. Die Realität ist der Mensch. Auf der ganzen Welt! Soviel könnte man vom Internet schon gelernt haben.

Der einzige gangbare Weg, den ich da sehe ist und bleibt der DIALOG. In den Dialog zu TRETEN heißt, einen regulären Schritt zu machen. Sicher kann das Angst machen, aber wenn es  „keinen Weg zurück“ gibt, oder man „schon längst“ an der Wand steht, vergrößert es vielleicht auch den eigenen Raum, wenn man auf Menschen zugeht. Probieren geht da über studieren, da bin ich mir sicher!

Nun sind „Alle da“!
Die Premiere war am 03. Oktober 2015, dem „Tag der deutschen Einigung, oder war es Enteignung? Einheit kann es ja schlecht sein, wenn Asylantenheime brennen…oder doch?!

Regie: Göksen Güntel. Musikalische Leitung: Carsten Klatte. Ausstattung: Franz Gronemeyer. Dramaturgie und Regieassistenz: Klara Kroymann. Licht und Ton: Aaron Vorpahl. Es spielen: Dela Dabulamanzi, Atilla Oener, Moritz Ross. Filmsequenz mit: Ibrahem Al Abed. Videoschnitt: Leo Stachnik.