Die Idee ist folgende: Jazzuismus!

Die Idee ist folgende:
Musik ist eine non-verbale Art der Kommunikation.
Keine andere interagiert so schnell und interdisziplinär wie Musik.

Musik sollte deshalb nicht begrenzt werden. Musik sollte frei sein, sich entwickeln, neue Wege gehen, sich erinnern, zelebrieren und vor allem eines: bewirken.

Musik ist somit das, was HINTER einem Lied passiert.

Ein Lied ist „nur“ eine Form, wie eine Tasse.
Wenn der Tee kalt ist, muss er neu zubereitet werden.

(In diesem Bild entscheidet die Musik, ob der Tee kalt oder heiss ist. Was den Tee angeht, worum es sich dabei handelt, oder um „wen“, geneigter Leser, entscheidest du…)

Der Musiker, der der Musik folgt und nicht dem Lied, ist dabei genauso unbegrenzt, oder sollte es sein. Und das stellt eine enorme Herausforderung dar!

Heutzutage ist die Sehnsucht nach Musik zwar da, das Angebot jedoch gering. Jetzt werden sie lachen. Klar. Das Angebot ist gross. So gross, dass diese Informationsfülle gar nicht mehr verarbeitet werden kann, was widerum den Künstler so weit unter Druck setzen könnte, lieber schnell mal „was zu zimmern“, als sich noch „gross Mühe zu geben“.

Quantität ist eben nicht gleich Qualität.

Genauso geht es dann dem Hörer.
Der gibt sich auch nicht mehr gross Mühe, wenn es darum geht, zu entdecken oder zu bewirken. Nach und nach sinkt die Qualität, wie eine Sonne unter den Horizont.

Die Idee ist folgende: Musik ist eine non-verbale Art der Kommunikation.

Das hat mit Vertrieb erstmal nichts zu tun.
Eine Handlung frei von Zweck und Ziel ist, um es mal althergebracht zu sagen,“rein“.
Eine Reinigung im alchemistischen Sinne, also eine „Reinigung des Herzens“, so wie sie manches Lied dann irgendwann bewirken kann, hat immer einen solchen „reinen“ Ursprung, selbst wenn es in so manchen Rock and Roll Song recht „unrein/-fein“ zur Sache geht.
Der Ursprungsimpuls ist immer authentisch also „rein“, nur so entwickelt ein Lied, eine Kraft.

Das Lied, der Schlager, der Song. Viele Namen für eigentlich immer ein und dasselbe.
Ein Fenster in der Zeit, eine Momentaufnahme eines, jenseits dieses „frames“, eigentlich unendlichen Flusses.

Meine Religion als Musiker ist der Jazzuismus.

Das Bedeutet, die Selbstbefreiung durch Musik.
In ihr inbegriffen, die Befreiung vom Lied.

Wie ein WC ist da das WWW ….

(…der Künstler geht ab…)

In diesem Sinne wird es übrigens 2014 so einiges zu entdecken geben. Jenseits des frameworks „Lied“, entwickelt sich eine Formsprache zwischen Musikern nur durch gemeinsames musizieren. Die ersten Experimente dieser Art wurden schon in den „Neukoelln Sessions“ mit mir und Nickolaus Herdieckerhoff aka Cellolitis festgehalten. Eine freie, neue Sprache führt dann schnell zu einem neuen Ausdruck und vielleicht, beim Hörer zu einer neuen „Gewohnheit“, was hier absolut nicht abwertend gemeint ist.

Vielleicht haben es ja einige von „euch“ , die ihr hier das lest, auch schon mit erleben können.

Musik ist eine non-verbale Art der Kommunikation. Und das finde ich sehr gut.

Euer Musiker.