LMNZ – Anders als die Besseren.

Gute Gesellschaft ist unbezahlbar. So auch hier. In dieser trauten Runde von Musikern fühle ich mich wirklich sehr gut aufgehoben. Allein der Gedanke zählt. Dass es keine Grenzen gibt, jedenfalls keine wirklichen. Ein Genre ergänzt das andere und schon geht es los. Der eine ist Rap, der andere ist Jazz oder was auch immer, jedenfalls kommt man zusammen und hat eine verdammt gute Zeit.

LMNZ neues Album „Anders als die Besseren“ hat dieses Flair.

Ich hatte die Ehre dabei zu sein und habe auf drei seiner Tracks eine Gitarre eingespielt.

LMNZ-Anders als die Besseren!

Check it out brosis. We need it like love and devotion.

 

Die Idee ist folgende: Jazzuismus!

Die Idee ist folgende:
Musik ist eine non-verbale Art der Kommunikation.
Keine andere interagiert so schnell und interdisziplinär wie Musik.

Musik sollte deshalb nicht begrenzt werden. Musik sollte frei sein, sich entwickeln, neue Wege gehen, sich erinnern, zelebrieren und vor allem eines: bewirken.

Musik ist somit das, was HINTER einem Lied passiert.

Ein Lied ist „nur“ eine Form, wie eine Tasse.
Wenn der Tee kalt ist, muss er neu zubereitet werden.

(In diesem Bild entscheidet die Musik, ob der Tee kalt oder heiss ist. Was den Tee angeht, worum es sich dabei handelt, oder um „wen“, geneigter Leser, entscheidest du…)

Der Musiker, der der Musik folgt und nicht dem Lied, ist dabei genauso unbegrenzt, oder sollte es sein. Und das stellt eine enorme Herausforderung dar!

Heutzutage ist die Sehnsucht nach Musik zwar da, das Angebot jedoch gering. Jetzt werden sie lachen. Klar. Das Angebot ist gross. So gross, dass diese Informationsfülle gar nicht mehr verarbeitet werden kann, was widerum den Künstler so weit unter Druck setzen könnte, lieber schnell mal „was zu zimmern“, als sich noch „gross Mühe zu geben“.

Quantität ist eben nicht gleich Qualität.

Genauso geht es dann dem Hörer.
Der gibt sich auch nicht mehr gross Mühe, wenn es darum geht, zu entdecken oder zu bewirken. Nach und nach sinkt die Qualität, wie eine Sonne unter den Horizont.

Die Idee ist folgende: Musik ist eine non-verbale Art der Kommunikation.

Das hat mit Vertrieb erstmal nichts zu tun.
Eine Handlung frei von Zweck und Ziel ist, um es mal althergebracht zu sagen,“rein“.
Eine Reinigung im alchemistischen Sinne, also eine „Reinigung des Herzens“, so wie sie manches Lied dann irgendwann bewirken kann, hat immer einen solchen „reinen“ Ursprung, selbst wenn es in so manchen Rock and Roll Song recht „unrein/-fein“ zur Sache geht.
Der Ursprungsimpuls ist immer authentisch also „rein“, nur so entwickelt ein Lied, eine Kraft.

Das Lied, der Schlager, der Song. Viele Namen für eigentlich immer ein und dasselbe.
Ein Fenster in der Zeit, eine Momentaufnahme eines, jenseits dieses „frames“, eigentlich unendlichen Flusses.

Meine Religion als Musiker ist der Jazzuismus.

Das Bedeutet, die Selbstbefreiung durch Musik.
In ihr inbegriffen, die Befreiung vom Lied.

Wie ein WC ist da das WWW ….

(…der Künstler geht ab…)

In diesem Sinne wird es übrigens 2014 so einiges zu entdecken geben. Jenseits des frameworks „Lied“, entwickelt sich eine Formsprache zwischen Musikern nur durch gemeinsames musizieren. Die ersten Experimente dieser Art wurden schon in den „Neukoelln Sessions“ mit mir und Nickolaus Herdieckerhoff aka Cellolitis festgehalten. Eine freie, neue Sprache führt dann schnell zu einem neuen Ausdruck und vielleicht, beim Hörer zu einer neuen „Gewohnheit“, was hier absolut nicht abwertend gemeint ist.

Vielleicht haben es ja einige von „euch“ , die ihr hier das lest, auch schon mit erleben können.

Musik ist eine non-verbale Art der Kommunikation. Und das finde ich sehr gut.

Euer Musiker.

Deserteure. Das neue Carsten Klatte Album!

„Bildungsbürgermusik“ nennt Carsten Klatte seinen Sound. Deutsche Texte, getragen von musikalischen Versatzstücken, welche sich, wie Klatte es selbst beschreibt, alle aus „der Mitte der Gesellschaft“ entnehmen ließen. Hip Hop, Schlager und Jazz, wobei ja eigentlich auch der Punk Rock schon längst mit dazu gehört.
Klattes Motto „Jazz ist der neue Punk“!

Klatte ist unbequem aber unterhaltsam. Tiefgehend aber nicht erdrückend. Klatte ist kulturpolitisch korrekt und fällt somit aus dem Rahmen, definiert sich selbst als das Zentrum des Geschehens, oder besser gesagt der Wahrnehmung, was ihn eigentlich erst zum Künstler macht, und schafft so Raum für echten Individualismus und somit auch, für echte Individuen. Wer auch immer sich dazu zählen mag, Klatte nennt sie „Deserteure“. Deserteure der Musik. Deserteure der Gewohnheiten, Deserteure der Glaubenssätze, Deserteure des „Rahmenprogramms“. Klatte sprengt ihn, jedoch tut er das auf eine eigentümlich zärtliche Art und Weise. Carsten Klatte ist „non embedded“, Enfant Terrible und/oder Underdog. Virtuos, gerade wer ihn live erlebt hat, weiß das zu bestätigen und direkt, ohne jedoch die eigene Verspieltheit dabei in irgendeiner Art aufzugeben. No Go? „Geht nicht“ gibt es in diesem Fall dann nicht, also „wirklich“ nicht.
Carsten Klatte desertiert und macht dabei die Grauzone, welche ja eigentlich immer da ist, weil ja eigentlich alles Grauzone ist, erst einmal einsehbar und dadurch dann so attraktiv, dass man sich am liebsten gleich dort einrichten möchte. Aller Anfang ist der Deserteur. Carsten Klatte präsentiert sie alle.

Musik zwischen „Mutter“ und Mingus, Cäthe oder Cholera. Klatte ist das Unikat.

Das Album „Deserteure“ erscheint exklusiv bei dem Label Setalight. Link zum Online Shop: http://www.setalight.com/shop/index.php?page=product&info=245